Die Geschichte und Kultur der Oglala - Lakota

 

"We are Lakota. We are not Cowboys, we are Horsemen! "

Mel Verdell Lone Hill

 

Mel Verdell Lone Hill

(08. September 1948 bis 20. Februar 2018)

 

Die Geschichte der Oglala-Lakota

Über die Frühgeschichte der Oglala-Lakota ist nicht sehr viel bekannt. Erst durch die Expeditionen von   Lewis & Clark wurden genauere Aufzeichnungen möglich. Zur damaligen Zeit bewohnten die Oglala mit anderen Lakota das Gebiet der Great Plains nördlich des Platte Rivers, welches das heutige Nord- und Süd Dakota einschloß und im Westen bis zu den Big Horn Mountains reichte.

Mit den Weißen entwickelte sich nach und nach der Pelzhandel und die ersten Handelsposten entlang des Missouri Rivers entstanden. Während dieser Zeit wurde auch Fort William erbaut, welches später als Fort Laramie bekannt werden sollte. In der Umgebung dieses Forts siedelten sich im Laufe der Zeit einige Oglala-Gruppen an, um besser Handel treiben zu können. Eine Zeitlang bildete Fort Laramie den Lebensmittelpunkt für diese Indianer.

Im Jahre 1849 erwarben die USA Fort William, bauten es zu einem Militärstützpunkt aus und gaben ihm den Namen Fort Laramie. Anfang der 50er Jahre wurden hier mehrere Friedensverträge mit benachbarten Indianerstämmen abgeschlossen. Diese Verträge legten die Grenzen der Indianergebiete fest und erlaubten auf der anderen Seite innerhalb dieser Gebiete den freien Durchgang für die Siedler gen Westen.

Durch den immer größer werdenden Strom von Siedlern entlang des Oregon Trails und die illegale Errichtung von Militärposten am Bozeman Trail wurde die traditionelle Lebensweise der Plains Indianer jedoch immer mehr gestört. Das Wild wurde vertrieben und die für die Indianer überlebenswichtigen Büffel wurden getötet. Diese ganzen Ereignisse führten letzendlich zum sogenannten "Red Cloud" Krieg (Red Cloud war ein Anführer der Oglala-Lakota) in den Jahren  1866 - 1868. Beendet wurde der Krieg am 29. April 1968 mit dem Friedensvertrag von Fort Laramie, welcher zwischen Red Cloud, seinen Verbündeten und der US-Regierung geschlossen wurde.

In diesem Vertrag erkannte die US-Regierung das Gebiet westlich des Missouri Rivers im Bundesstaat Süd Dakota als große Sioux Reservation an. Das übrige Siedlungsgebiet der Lakota wurde als nicht abgetretenes Indianergebiet festgeschrieben. Außerdem mußte die USA die Militärposten entlang des Bozeman Trails aufgeben. Red Cloud erhoffte sich dadurch die Erhaltung der Jagdgründe und den Schutz der traditionellen Lebensweise.

Auf Grund dieses Vertrages behaupten die Oglala nach wie vor, dass alle nach folgenden Gebietsveränderungen, einschließlich der Wegnahme der Black Hills, unrechtmäßig gewesen sind. Dies musste selbst das Oberste Bundesgericht der USA in der jüngsten Vergangenheit eingestehen. Eine Rückgabe des Landes erfolgte jedoch bis jetzt nicht.

 

 

 

Trotz des Vertrages von 1868 ging die Ausdehnung nach Westen unvermindert weiter und die einst unabhängigen Oglala waren jetzt durch die Siedler, Goldsucher und Soldaten unter Druck gesetzt. Auch die Büffel verschwanden immer mehr. Viele Oglala-Lakota sahen keinen Ausweg mehr und siedelten sich auf Anordnung der US-Regierung 1873 bei Fort Robinson an.

Einige Oglala jedoch zogen weiter durch die Plains.

Nachdem ein Jahr später in den Black Hills Gold gefunden worden war, wollte Washingtondie die Black Hills von den Lakota kaufen. Da die Indianer dieses Ansinnen aber ablehnten, schickten die USA Truppen, um die Lakota aus diesem Gebiet zu vertreiben. Im Verlauf dieser Auseinandersetzungen kam es dann zur legendären Schlacht am Little Big Horn River bei der am 25.06.1876 die Lakota, gemeinsam mit den verbündeten Cheyenne und Arapaho, General Custer und seine 7. Kavallerie vernichtend schlugen.
Dieser Sieg war der größte für die Indianer, aber auch gleichzeitig ihr letzter und der Beginn des Untergangs der traditionellen Lebensweise der Plains Indianer.

Innerhalb eines Jahres waren alle übrigen Oglala bei Fort Robinson zusammengetrieben worden. Unter Ihnen auch ihr berühmter Anführer Crazy Horse, welcher am 05. September 1977 in Fort Robinsion ermordet wurde.

Aufgezwungene Vereinbarungen mit den Lakota verkleinerten die Große Sioux Reservation und machten so den Weg frei für Siedler und Goldsucher. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde im Jahre 1878 auch die Pine Ridge Reservation errichtet.
 

In dieser Zeit der schweren Krise suchten die Lakota nach spirituellen Lösungen, Wovoka wurde ihr Prophet. Er hatte die Vision, dass die Indianer den Geistertanz tanzen sollten. Damit würden die Weißen vertrieben und die Büffel wiederkommen.

Die Siedler im Indianerland und auch die Agenten der Regierung beunruhigte das. Sie fühlten sich durch die neue Bewegung bedroht und riefen nach der Armee. Der Geistertanz wurde verboten. Im Laufe der militärischen Handlungen wurde am 15. Dezember 1890 Sitting Bull, ein bekannter spiritueller Anführer der Lakota, bei seiner Verhaftung durch die von der Regierung eingesetzte Indianerpolizei ermordet.

Sein Tod ließ die Indianer Schlimmeres befürchten. Aus diesem Grund flüchteten viele von ihnen aus der Standing Rock Reservation. Sie wollten zur Pine Ridge Indianver Reservation, wo Red Cloud, der letzte große Häuptling, mit seinem Stamm lebte. Von ihm erhofften sich viele Indainer wieder mehr Schutz. Auch Spotted Elk, bekannt unter dem Namen Big Foot, beschloss mit seinen Leuten nach Pine Ridge zu gehen.

Doch die US-Armee fürchtete einen Aufstand der Indianer und erklärte alle Indianer außerhalb einer Reservation zu Feinden. Die 7. Kavallerie konnte Spottet Elk umzingeln und brachte ihn uns seine Leute, an die 300 Menschen, vor allem Frauen, Kinder und Alte, zum Wounded Knee. Während der Entwaffnung der Indianer fiel ein Schuss und die US-Armee eröffnete das Feuer auf die umzingelten und hilflosen Indianer. Die meisten starben direkt bei der Schießerei, unter ihnen auch Spotted Elk. Einige versuchten zu fliehen, doch auch auf sie wurde geschossen. Viele der Verwundeten erfroren kurze Zeit später im Schnee.

Nur wenige überlebten. Sie wurden nach Pine Ridge gebracht.

Dies geschah am 29. Dezember 1890.

Die Hilflosigkeit die die letzten Indianer daraufhin erfasste ist bis heute zu spüren.

 

Doch die Ausrottung der Kultur und Lebensweise durch die US-Regierung wurde auch auf andere Weise vorangetrieben. Die Regierung begann die Kinder und Jugendlichen der Indianer zu amerikanisieren. So wurden sie auf sogenannte Boarding Schools, weit weg von ihren Familien, geschickt. Hier lernten sie Englisch, hier lernten sie sich westlich zu kleiden. Es wurde ihnen verboten ihre Sprache zu spreche und ihre Kultur zu leben. Die Jungen mussten sich die Haare abschneiden. Später errichtete man zwar auch Schulen auf der Reservation,

Diese Kinder verloren ihre Identidät. Viele kehrten zu ihren Familien zurück. Doch wer waren sie jetzt? Die Sprache hatten sie verlernt, die alten Bräuche kannten sie nicht mehr. Die Integration in ihr Volk war für viele der zurückgekehrten jungen Erwachsenen sehr schwer. Sie waren keine richtigen Indianer mehr, aber richtige Weiße waren sie auch nicht.

 

 

Die Kultur der Oglala-Lakota

Die Lakota gehören zum großen weitverbreiteten Volk der Sioux.

Der Name Sioux (sprich: Suuh) hat seinen Ursprung im Chippewa-Wort Nadoweis-siw, was soviel wie Schlange oder Feinde bedeutet.

Die Franzosen machten Nadoues-sioux daraus und verballhornten es schließlich zum heute bekannten Sioux. Sich selbst nennen die Sioux Freunde bzw. Verbündete. Sie können nach drei großen Gruppen unterteilt werden:

 

            Stamm                  Geografische Unterscheidung                    Sprachliche Unterscheidung

              Santee                                 östliche Sioux Dakota                                                      D-Dialekt
             Yankton                               mittlere Sioux Nakota                                                       N-Dialekt
             Teton                                    westliche Sioux Lakota                                                    L-Dialekt

 

Diese drei Gruppen zerfallen ihrerseits wiederum in zahlreiche Untergruppen, wobei die Oglala den Lakota zugerechnet werden. Die Lakota sind nach wie vor die größte der drei Sioux-Gruppen, wobei die Oglala wiederum der zahlenmäßig stärkste Unterstamm der Lakota sind.

Die Stämme im östlichen Teil waren seßhaft und betrieben Ackerbau.Die Lakota im westlichen Gebiet dagegen lebten als Nomaden vorwiegend von der Jagd.

Im Unterschied zu den seßhaften Präriestämmen, wie zum Beispiel bei den Arikara und Mandan, die nur zur sommerlichen Jagd ihre Dörfer verließen, besaßen die Lakota keine dauerhaften Häuser. Ihre Behausung war das Tipi; es war schnell und leicht auf- und abzubauen, was übrigens Sache der Frauen war.

Das Tipi besteht aus mehreren langen, kegelförmig aufgestellten Stangen, um die man eine Plane aus zusammengenähten Bisonhäuten legte und diese dann befestigte.

Im Sommer war Hauptjagdzeit. Die einzelnen kleinen Gruppen schlossen sich zusammen, um so erfolgreicher jagen zu können. In früheren Zeiten mußten sie zu Fuß zur Jagd gehen.Erst mit dem Pferd, etwa ab Anfang des 18. Jahrhunderts, wurde die Jagd einfacher. Im Laufe der Zeit entwickelte sich sehr schnell die Reiterkultur, die wir als typisch für die Indianer kennen.