Die Geschichte der Oglala - Lakota
 

Über die Frühgeschichte der Oglala-Lakota ist nicht sehr viel bekannt.Erst durch die Lewis & Clark-Expedition wurden genauere Aufzeichnungen möglich. Zur damaligen Zeit bewohnten die Oglala mit anderen Lakota das Gebiet der Great Plains nördlich des Platte Rivers, welches das heutige Nord- und Süd Dakota einschloß und im Westen bis zu den Big Horn Mountains reichte.

Mit den Weißen entwickelte sich nach und nach der Pelzhandel; die ersten Handelsposten entlang des Missouri Rivers entstanden. Während dieser Zeit wurde auch das Fort William erbaut,welches später als Fort Laramie bekannt werden sollte. In der Umgebung dieses Forts siedelten sich im Laufe der Zeit einige Oglala-Gruppen an, um besser Handel treiben zu können. Eine Zeitlang bildete Fort Laramie den Lebensmittelpunkt für diese Indianer.

Im Jahre 1849 erwarben die USA das Fort Laramie und bauten es zu einem Militärstützpunkt aus. Anfang der 50er Jahre wurden hier mehrere Friedensverträge mit benachbarten Indianerstämmen abgeschlossen. Diese Verträge legten die Grenzen der Indianergebiete fest und erlaubten auf der anderen Seite innerhalb dieser Gebiete den freien Durchgang für die Siedler gen Westen.
 

Der immer größer werdende Strom von Siedlern entlang des Oregon Trails und die illegale Errichtung von Militärposten am Bozeman Trail führten zum Red Cloud Krieg.
In den Jahren 1866 - 1868, der mit dem Vertrag von 1868 beendet wurde. Diese Übereinkunft bildet nach wie vor die Grundlage für die Konflikte zwischen den Oglala-Lakota und den Amerikanern. In diesem Vertrag erkannte die US-Regierung das Gebiet westlich des Missouri Rivers im Bundesstaat Süd Dakota als große Sioux Reservation an. Das übrige Siedlungsgebiet der Lakota wurde als nicht abgetretenes Indianergebiet festgeschrieben. Außerdem mußte die USA die Militärposten entlang des Bozeman Trails aufgeben.

Auf Grund dieses Vertrages behaupten die Oglala nach wie vor, daß alle nach folgenden Gebietsveränderungen, einschließlich der Wegnahme der Black Hills, unrechtmäßig gewesen sind. Dies mußte selbst der Oberste Bundesgericht der USA in der jüngsten Vergangenheit eingestehen. Eine Rückgabe des Landes erfolgte deshalb noch lange nicht.

Trotz des Vertrages von 1868 ging die Ausdehnung nach Westen unvermindert weiter und die einst unabhängigen Oglala waren jetzt durch die Siedler, Goldsucher und Soldaten unter Druck gesetzt, auch die Büffel verschwanden nach und nach. Viele Oglala-Lakota sahen keinen Ausweg mehr und siedelten sichauf Anordnung der US-Regierung 1873 bei Fort Robinson an.

Einige Oglala jedoch zogen weiter durch die Plains.

Nachdem ein Jahr später in den Black Hills Gold gefunden worden war, wollte Washingtondie Black Hills von den Lakota kaufen. Da die Indianer dieses Ansinnen aber ablehnten, schickten die USA Truppen, um die Lakota aus diesem Gebiet zu vertreiben. Im Verlauf dieser Auseinandersetzungen kam es dann zur legendären Schlacht am Little Bighorn River bei der am 25.06.1876 die Lakota gemeinsam mit den verbündeten Cheyenne und Arapaho, General Custer und seine 7. Kavallerie vernichtend geschlagen haben.
Dieser Sieg war der größte für die Indianer, aber auch gleichzeitig ihr letzter.Innerhalb eines Jahres waren alle übrigen Oglala bei Fort Robinson zusammengetrieben worden. Hier wurde auch ihr berühmter Häuptling Crazy Horse ermordet.

Aufgezwungene Vereinbarungen mit den Lakota verkleinerten die Große Sioux Reservation und machten so den Weg frei für Siedler und Goldsucher. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde im Jahre 1878 auch die Pine Ridge Reservation errichtet.

Nachdem die USA die Lakota als militärische Bedrohung ausgeschaltet hatten, begann die Regierung mit der Amerikanisierung der Indianer. Ihre Kinder wurden auf sogenannte Boarding Schools weit weg von ihren Familien, geschickt. Später errichtete man zwar auch Schulen auf der Reservation, die Zerstörung der Sprache und Kultur der Oglala-Lakota ging aber weiter.

Trotzdem konnte bis heute noch ein Teil der Kultur erhalten werden.

In dieser Zeit der schweren Krise suchten die Lakota nach spirituellen Lösungen, Wovoka wurde ihr Prophet. Er hatte die Vision, daß die Indianer den Geistertanz tanzen sollten, damit würden die Weißen vertrieben und die Büffel wiederkommen.

Siedler im Indianerland und auch die Agenten der Regierung beunruhigte das. Sie fühlten sich durch die neue Bewegung bedroht und riefen nach der Armee. Der Geistertanz wurde verboten. Im Laufe der militärischen Handlungen wurde auch Sitting Bull, ein bekannter spiritueller Anführer der Lakota, durch die von der Regierung eingesetzte Indianerpolizei ermordet.

Sein Tod ließ die Indianer Schlimmeres befürchten. Aus diesem Grundeflüchteten viele von ihnen, so auch Häuptling Big Foot und seine Leute, nach Pine Ridge, um sich in Sicherheit zu bringen. Auf seinen Weg dahin wurde Big Foot von der 7. Kavallerie eingeholt und umzingelt. Man brachte sie zum Wounded Knee Creek und entwaffnete sie dort. Als sich dabei versehentlich ein Schuß löste, nutzten die Soldaten die Gelegenheit, um sich für die 14 Jahre zuvorerlittene Niederlage von Custer am Little Bighorn River grausam zu rächen.

Die hilflosen Indianer, darunter viele Frauen, Kinder und alte Leute, wurden fast alle umgebracht.

Zu Beginn der 50er Jahre unseres Jahrhunderts hieß das Ziel der Regierung in Washington Termination. Man wollte nach und nach die Reservationen auflösen und die durch Verträge den Indianern zugesicherten Rechte abschaffen. Die Indianer wurden ermutigt, ihre Reservationen zu verlassen, um in den Großstädten ein besseres Leben zu beginnen. Man glaubte damals, das Indianerproblemauf diese Art lösen zu können.

Die meisten Ureinwohner scheiterten jedoch, da sie in der Welt des Weißen Mannes nicht zurechtkamen.

Auch fehlte ihnen in den Städten der gewohnte familiäre Zusammenhalt und die vertraute Umgebung. Viele Oglala-Lakota kehrten aus diesen Gründen wieder auf die Pine Ridge Reservation zurück, denn nur hier können sie sich wirklich als Oglala-Lakota fühlen.

Die Lakota - Kultur

Die Lakota gehören zum großen weitverbreiteten Volk der Sioux.

Der Name Sioux (sprich: Suuh) hat seinen Ursprung im Chippewa-Wort Nadoweis-siw, was soviel wie Schlange oder Feinde bedeutet.

Die Franzosen machten Nadoues-sioux daraus und verballhornten es schließlich zum heute bekannten Sioux. Sich selbst nennen die Sioux Freunde bzw. Verbündete. Sie können nach drei großen Gruppen unterteilt werden:

Stamm Geografische Unterscheidung Sprachliche Unterscheidung

Santee östliche Sioux Dakota (D-Dialekt)
Yankton mittlere Sioux Nakota (N-Dialekt)
Teton westliche Sioux Lakota (L-Dialekt)

Diese drei Gruppen zerfallen ihrerseits wiederum in zahlreiche Untergruppen, wobei die Oglala den Lakota zugerechnet werden. Die Lakota sind nach wie vor die größte der drei Sioux-Gruppen, wobei die Oglala wiederum der zahlenmäßig stärkste Unterstamm der Lakota sind.

Die Stämme im östlichen Teil waren seßhaft und betrieben Ackerbau.Die Lakota im westlichen Gebiet dagegen lebten als Nomaden vorwiegend von der Jagd.

Im Unterschied zu den seßhaften Präriestämmen (z.B.: Arikara, Mandan), die nur zur sommerlichen Jagd ihre Dörfer verließen, besaßen die Lakota keine dauerhaften Häuser.Ihre Behausung war das Tipi; es war schnell und leicht auf- und abzubauen, was übrigens Sache der Frauen war.

Das Tipi besteht aus mehreren langen, kegelförmig aufgestellten Stangen, um die man eine Plane aus zusammengenähten Bisonhäuten legte und diese dann befestigte.

Im Sommer war Hauptjagdzeit. Die einzelnen kleinen Gruppen schlossen sich zusammen, um so erfolgreicher jagen zu können. In früheren Zeiten mußten sie zu Fuß zur Jagd gehen.Erst mit dem Pferd, etwa ab Anfang des 18. Jahrhunderts, wurde die Jagd einfacher. Im Laufe der Zeit entwickelte sich sehr schnell die Reiterkultur, die wir als typisch für die Indianer kennen.